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Aktenzeichen 15 U 138/12
      Nach Beinbruch eingeschläfert!

Dreijähriger Wallach hatte sich Fuß in Pferdebox eingeklemmt. Der Inhaber des Pferdestalls haftet für den Schaden. Eine Pferdebox muss so beschaffen sein, dass sich die Pferde nicht verletzen können.

Für 12.000 € hatte der Wallach gerade den Besitzer gewechselt. Der neue Eigentümer stellte ihn im Stall des B unter. Fünf Tage später klemmte sich das Tier den Vorderfuß in einem Spalt an der Tür der Pferdebox ein. Bei dem verzweifelten Versuch, sich zu befreien, brach sich das Pferd das rechte Vorderbein und musste eingeschläfert werden.

Der Käufer forderte vom Betreiber des Pferdestalls 12.500 € Schadenersatz. Er habe ihm für den Wallach eine ungeeignete Box vermietet, mit einem 9 cm breiten Spalt zwischen Tür und Türpfosten. Dass da ein Pferd hängen bleiben könne, wenn es sich auf die Hinterbeine stelle, sei doch klar.

B änderte zwar die Pferdebox, wies aber jede Verantwortung weit von sich: Die Box sei so konstruiert, wie es Standard sei. Der verhängnisvolle Spalt befinde sich in einer Höhe von über 2 m. Der Pferdebesitzer hätte ihn auf die Unart des Wallachs, extrem in die Höhe zu steigen, hinweisen müssen. Dann hätte er eine andere Box bekommen.

Ein Sachverständiger fand das „extreme Steigen“ jedoch gar nicht extrem. Vielmehr sei es arttypisch: Das komme häufig vor, wenn Pferde sich zu wenig bewegten, wenn sie aus irgendeinem Grund nervös oder aggressiv seien. Nach einem Stallwechsel müsse man gerade bei einem jungen Tier von drei Jahren mit nervösen Reaktionen rechnen.

Für das Gericht stand nach dieser Aussage des Experten fest, dass der Stallbetreiber für den Unfall verantwortlich war. Es sei seine Aufgabe, das Tier sicher unterzubringen und dabei auch das Pferd „quasi vor sich selbst zu schützen“. Eine Box müsse so beschaffen sein, dass sich ein Pferd darin nicht verletzen könne – auch nicht beim Hochsteigen.

Von einer Mitschuld des Pferdebesitzers könne keine Rede sein. Da er den Wallach erst fünf Tage vor dem Unfall gekauft habe, habe er über die Eigenarten des Tieres nicht besser Bescheid gewusst als der Betreiber des Pferdestalls, der es immerhin fünf Tage lang beobachten konnte.

Wermutstropfen für den Käufer: Das Gericht sprach ihm nur 7.000 € Schadensersatz zu. Nach Ansicht des Pferdeexperten war der Wallach nicht mehr wert. So entschied das Oberlandesgericht Köln.