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Aktenzeichen 239 C 1390/17
      Kleinkind erschreckt Pferd!

Pferd scheut wegen der Poltergeräusche in der Reithalle und verletzt die Tierhalterin. Eine Großmutter besuchte mit ihren drei und fünf Jahre alten Enkelkindern eine Nürnberger Reithalle. Damit der Dreijährige die Pferde besser sehen konnte, setzte sie ihn auf die Holzbande, die den Zuschauerbereich vom Reitfeld trennte.

Der Junge ließ die Füße baumeln und schlug mit den Schuhen gegen die Bande. Das leichte Poltern erschreckte ein Pferd, das die Halterin gerade am Zügel durch die Halle führte. Es scheute und zog unvermittelt rückwärts. Durch diese plötzliche Bewegung wurde die Tierhalterin mit dem Zügel nach hinten gerissen und verletzte sich an der Schulter. Von der Großmutter forderte die Reiterin 1900 € Schadenersatz für die Kosten einer Haushaltshilfe und zudem 3000 € Schmerzensgeld. Das Amtsgericht Nürnberg wies ihre Klage ab.

Der Besucherin könne man kein schuldhaftes Verhalten vorwerfen, entschied das Gericht, auch wenn das polternde Kleinkind die Reaktion des Pferdes ausgelöst habe. Besucher seien in der Reithalle prinzipiell zugelassen. Dass die Großmutter dem Enkel ermöglichen wollte, den Reitern zuzuschauen, sei nachvollziehbar - auch wenn sie das Kind nicht auf die Holzbande hätte heben sollen. Letztlich sei es aber das für Pferde typische unberechenbare Verhalten, das zu dem Unfall geführt habe. Die Großmutter habe nicht vorhersehen können, dass das Tier so schreckhaft reagieren würde. Besucher der Reithalle sollten darüber informiert werden, dass sie sich dort leise verhalten müssten. Das sei dort bisher nicht üblich, wäre aber angebracht. Schließlich wüssten viele Leute nicht, dass ganz alltägliche Geräusche Pferde erschrecken könnten, so entschied das Amtsgericht Nürnberg.