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Aktenzeichen 12 U 130/12
      Reitschule muss kein Schmerzensgeld an Reitschülerin zahlen!

Die Inhaberin einer Reitschule haftet nicht für einen Unfall einer 5-jährigen Reitschülerin. Nachdem das Kind während einer Reitstunde vom Pony rutschte und sich den Oberarm brach. Das Gericht bestätigte damit das Urteil aus erster Instanz des Landgericht Arnsberg.

Das 5-jährige Mädchen nahm an einer Reitstunde für Kinder teil. Bei dem Unterricht führte eine 20-jährige Aushilfe ein Pony an einer Longe im Kreis. Das Pony war mit einer Decke mit Haltegriff gesattelt. Auf Kommando sollte die Reitschülerin frei sitzend auf dem Pony in die Hände klatschen. Bei dieser Übung verlor sie ihr Gleichgewicht und rutschte vom Pony.

Von der Inhaberin der Reitschule wurde ein Schmerzensgeld in Höhe von zumindest 5.000 € verlangt. Das Oberlandesgericht hat das Schmerzensgeld jedoch abgewiesen. Ihre Verkehrssicherungspflicht habe die Beklagte nicht verletzt.

Die Auswahl der mit dem Reitunterricht betrauten Aushilfe, sei nicht zu beanstanden. Sie habe die Reitstunde nach Alter, Kenntnissen und Fähigkeiten der Kinder sachgerecht durchführen können. Eine Tierhalterhaftung komme nicht in Betracht, da der Unfall nicht auf ein unberechenbares Verhalten des Ponys zurückzuführen sei. Die Reitschülerin habe vor der Stunde bereits Reiterfahrung gehabt. In der Reitstunde habe sie vor dem Unfall im Trab und im Galopp geritten.

Die Aushilfe sei nicht unaufmerksam gewesen. Die Reitschülerin sei unvermittelt auf der der Aushilfe gegenüberliegenden Seite vom Pony gerutscht. Die Aushilfe habe versucht, den Sturz abzufangen. Dass ihr dies nicht gelungen sei, sei ihr in der Situation, in der sie schnell habe reagieren müssen, nicht vorzuwerfen, so entschied das Oberlandesgericht Hamm.