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Aktenzeichen 9 U 75/07
      Diese Pflichten haben Reitlehrer!

Ein Reitlehrer muss seinem Schüler nicht nur die korrekten Hilfen beibringen. Er muss ihn während des Unterrichts beschützen, auch wenn er nicht selbst dabei ist. Sonst wird die Reitstunde unter Umständen teuer für ihn.

Die Ausbilderin hatte dem minderjährigen Mädchen, einer unerfahrenen Reiterin, ein Pony für einen Ausritt überlassen. Allein im Gelände, erschrak das Pony plötzlich und ging durch. Die Reiterin schaffte es zwar, das Tier anzuhalten und abzusteigen. Doch das verstörte Pony wollte sich losreißen und wegrennen. Weil die Reiterin befürchtete, es könne auf die Straße laufen, griff sie zum Steigbügel, um es festzuhalten - natürlich ohne Erfolg. Das Pony schleifte sie mit und trat ihr mit den Hinterfüßen ins Gesicht. Die Folge waren unter anderem dauerhafte Verletzungen an der Oberlippe.

Der Reitlehrer ist verpflichtet, das Können eines minderjährigen, unerfahrenen Reiters abzuschätzen, er darf ihn nicht in eine schwer beherrschbare Situation bringen. Die Richter verurteilten die Reitlehrerin, ihrer verunglückten Schülerin ein Schmerzensgeld von 12.000 Euro zu zahlen, so entschied das Oberlandesgericht Karlsruhe.